In Jesus kommt Gott auf die Erde, wird selbst Mensch, um von innen, von der Wurzel die Menschheit zu heilen. Dieses Wunder von Weihnachten ist das erste Geheimnis der Heiligen Nacht. Es offenbart sich ein zweites Geheimnis , wenn wir betrachten, wie Gott zur Welt kommt: Nicht in Glanz und Gloria, in Macht und Herrlichkeit oder mit Donner und Blitz, sodass alle es sehen und die Knie beugen. Gott kommt anders: Er kommt in Niedrigkeit, in der Stille und Dunkelheit der Nacht, in einem Stall als kleines Kind, in Windeln gewickelt, in einer ärmlichen Krippe liegend. Das ist das Zeichen der Ankunft Gottes auf Erden: Das Jesuskind im Stall von Bethlehem. Mehr gibt es in dieser Heiligen Nacht nicht zu sehen, keine Sensation, kein Spektakel.

Auf das göttliche Kind schauen; im Glauben schauen, mit den Augen des Herzens schauen, das heißt Weihnachten feiern. Der Heilige Bernhard von Clairvaux verstand es so: „Groß ist Gott, der Schöpfer der Welt und überaus lobenswert. Klein ist Gott in Jesus geworden und überaus liebenswert.“ Den großen Gott können wir verehren, das Jesuskind können wir lieben. Gott selbst, der Höchste wurde der Kleinste. Wir jedoch wollen groß sein, uns behaupten, die anderen übertrumpfen und überragen. Dieses groß sein wollen, dieser Selbstbehauptungswille ist der falsche Weg. Der Herr spricht: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. (Matthäus 18,3) In das Reich Gottes kommen die Kinder Gottes. Das Zeichen der Heiligen Nacht: das kleine Kind, das göttliche Kind. Der Dichter Clemens Brentano hat dieses Geheimnis so ausgedrückt: „Welch Geheimnis ist ein Kind! Gott selbst ist ein Kind gewesen. Weil wir Gottes Kinder sind, kam ein Kind, uns zu erlösen. Wer dies einmal je empfunden, ist den Kindern durch das Jesuskind verbunden.“

Eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest sowie ein gesegnetes Jahr 2024 wünscht Ihnen Kantor Roy Heyne.