Am 29. August ist der Gedenktag der Enthauptung Johannes des Täufers, des Vorläufers des Messias. Johannes stand mutig für die Gebote Gottes ein und steht als Scharnier zwischen Altem und Neuem Bund. Er war der Sohn der hochbetagten Zacharias und Elisabeth und wurde sechs Monate vor dem Erlöser geboren. Jesus sagt später über ihn: Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer. (Matthäus 11,11) Sein ganzes Leben dreht sich um Jesus und seine Aufgabe war, dessen Vorläufer und Wegbereiter zu sein. Bereits im Leib seiner Mutter verspürt er die Nähe des Heilandes. Die Umarmung der beiden Schwangeren Maria und Elisabeth eröffnete die Verbindung der Kinder: Jesus heiligte Johannes und dieser hüpfte vor Freude im Leib seiner Mutter (vgl. Lukas 1,41). Johannes hatte den Auftrag: vor ihm herzugehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. (Lukas 1,17) Er predigte deutlich und scharf, bezeichnete die Selbstgerechten als Otterngezücht, forderte beweisende Früchte für die Umkehr und rief beharrlich zur Buße auf. Das Leben Johannes‘ erreichte seinen irdischen Höhepunkt, als Jesus zu ihm an den Jordan kam und Johannes Jesus taufte. In seiner Sendung als Vorläufer hat er die Begeisterung – womit die Fülle des Geistes Gottes gemeint ist – aufrechterhalten, und hat die Wege bereitet, die Pfade geebnet, die Hügel geglättet, hat ihn als gegenwärtig verkündet und auf ihn als den Messias gezeigt: ECCE AGNUS DEI Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt. (Johannes 1,29). Am Ende seines Lebens und beim Verkünden der messianischen Freiheit denen, die in ihren Lastern gefangen waren, wird er gefangengenommen. Denn: Johannes aber hatte zu Herodes gesagt: Es ist nicht erlaubt, dass du die Frau deines Bruders hast. (Markus 6,18). Der Tod des Johannes war die Folge seiner mutigen Verkündigung der Wahrheit und ist das auf Jesus ausgerichtete Märtyrerzeugnis. Er war sein Vorläufer im Leben und geht ihm im grausamen Tod voraus. Johannes hat keine Angst, den Mund aufzumachen. Wo die Sünde ist, da nennt er sie auch deutlich beim Namen. Möge der Gedenktag der Enthauptung und somit des Martyriums Johannes des Täufers uns – nach dem ursprünglichen Wortsinn vom Geist Gottes erfüllt – begeistern. Mögen wir Zeugnis unseres Glaubens an Jesus mutig ablegen und sich unser Leben um Christus drehen, was ihm seinen wahren Sinn verleihen und uns auf dem rechten Weg – auf dem ewigen Lebensweg – in den Himmel bringen wird.
Ihr Kantor Roy Heyne